Der Stand der Dinge…

Ein paar Tage hat es gebraucht um zu verarbeiten was passiert ist: Einen Tag vor dem angesetzten Versteigerungstermin unseres Hauses wurde es an jemand anderen verkauft. Nach acht Wochen voll Hoffen und Bangen, endloser Plena und nicht enden wollender to-do listen, in einem Wettlauf gegen die Zeit,in dem wir bis an die Grenzen unserer Belastbarkeit gegangen sind, hat uns das erstmal ganz schön aus der Bahn geworfen.

Innerhalb weniger Wochen haben wir alle Voraussetzungen dafür geschaffen, unser Haus zu kaufen – ob im Versteigerungsverfahren oder direkt von den Eigentümer_innen: Unser Finanzierungskonzept stand; Ebenso diePlanungfür die denkmalgerechte Sanierung des Hauses. Um langfristig bezahlbaren und selbstverwalteten Wohnraum zu ermöglichen, haben wir einen Verein und schließlich eine GmbH gegründet und darauf hingearbeitet, Teil des Mietshäusersyndikats zu werden. Wir haben Netzwerk- und Pressearbeit betrieben und darüber eine große Zahl von Unterstützer_innen gewonnen,sowieeinhohes Maß an medialer Aufmerksamkeit erreicht.
Auf dieVersteigerungund den Kauf des Hauseswaren wir bestmöglich vorbereitet.

Seit Bekanntwerden des Versteigerungstermins haben wir außerdem immer wieder versucht, in direkte Kaufverhandlung mit den beiden Eigentümer_innen – einer zerstrittenen Erbengemeinschaft – zu treten. In den Tagen vor der Versteigerung standen wir zuletzt täglich – zum Teil mehrfach – im Kontaktmit den beiden Parteien, stellten Kaufangebote und setzten Kaufverträge auf. Bis einen Tag vor der Versteigerung wurden wir im Glauben gelassen, die beiden Eigentümer_innen seien an einem Verkauf des Hauses an uns interessiert – eine Einigung stünde jedoch allein aufgrund des Konflikts innerhalb der Erbengemeinschaft auf der Kippe. Darüber, dass sich die Besitzer_innen bereits in Kaufverhandlungen mit einer dritten Person befanden, an die das Haus schließlich – einen Tag vor der Versteigerung – verkauft wurde, wurden wir bis zuletzt im Unklaren gelassen.Von der kurzfristiger Absage des Versteigerungs-Verfahrens und den Verkauf, erfuhren wir nur durch Zufall.

Das Haus ist jetzt also im Besitz einer anderen Person. Shit happens. Und jetzt?

Bisher haben wir noch keine Informationen über die Käufer_in. Ob es sich um eine Privatperson handelt oder eine Immobilienfirma dahinter steht, bleibt abzuwarten.Fest steht: Unser Vorhaben,die Roberstraße 12 zu kaufen werden wir so schnell nicht aufgeben!
Sobald wir einen Kontakt haben, wollen wir mit der neuen Besitzer_in in Verhandlungen treten. Wir sind mit unserer guten Vorarbeit so aufgestellt, dass nach wie vor alle Voraussetzungen, das Haus zu kaufen, erfüllt sind.
Gleichzeitig bereiten wir uns aber auch auf eine möglicherweise drohende Kündigung vor.
Für uns ist klar: Wir wollen in der Robertstraße 12 wohnen bleiben und werden mit allen rechtlichen Mitteln dafür kämpfen!

An dieser Stelle wollen wir noch mal allen danken, die uns bisher unterstützt haben!
Ohne euch im Rücken, hätten wir es nicht hierher geschafft.

Dank der Unterstützung von Freunden, Familie und Supporter_innen, haben wir einen großen Teil unseres Finanzierungsplans durch Direktkredite abgedeckt. Vielen Dank für euer Vertrauen in uns! Wir sind überwältigt davon, dass in so kurzer Zeit so viel möglich war und bitten euch zugleich darum, eure finanzielle Unterstützung aufrecht zu erhalten, solange wir verhandeln. Wir werden euch weiterhin auf dem Laufenden halten.
Auch danken wollen wir allen, die Soliveranstaltungen für uns gemacht oder Spenden gesammelt haben! Das hilft uns gerade sehr, da wir, obwohl der Hauskauf noch nicht geklappt hat, bereits Anwalts- und Notarkosten zu decken haben.
Unser Dank gilt auch allen, die uns beratend zur Seite standenund tatkräftig unter die Arme gegriffen haben.
Danke! Eure Solidarität bedeutet uns viel!

Die Bewohner_innen der Roberstraße 12